Bericht der Münchner Sicherheitskonferenz warnt vor „Abrissbirnenpolitik“ - Xinhua | German.news.cn

Bericht der Münchner Sicherheitskonferenz warnt vor „Abrissbirnenpolitik“

2026-02-11 10:18:41| German.news.cn
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Das Foto zeigt den Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, bei der Vorstellung des Munich Security Reports 2026 in Berlin, 9. Februar 2026. (Xinhua/Li Chao)

BERLIN, 10. Februar (Xinhua) -- Die Welt sei in eine Phase der „Abrissbirnenpolitik“ eingetreten, in der die Devise der umfassenden Zerstörung zum Alltag geworden sei, heißt es in dem am Montag in Berlin veröffentlichten Munich Security Report 2026.

Der Bericht mit dem Titel „Under Destruction“ soll den Ton für die bevorstehende Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) angeben. Zu der jährlichen Veranstaltung werden Ende dieser Woche fast 50 Staats- und Regierungschefs sowie Hunderte von Entscheidungsträgern und Meinungsführern erwartet.

Die derzeitige US-Regierung gilt als prominentester Akteur, der verspricht, sich von den Beschränkungen der bestehenden Ordnung zu befreien, wodurch die von den USA angeführte internationale Ordnung der Nachkriegszeit laut dem Bericht nun zerstört wird.

Im Vorwort des Berichts weist MSC-Vorsitzender Wolfgang Ischinger darauf hin, dass die Aufmerksamkeit, die die Konferenz in diesem Jahr auf sich ziehe, nicht nur ein Spiegelbild der vielen Konflikte und Krisen sei, die die globale Agenda dominierten, sondern auch ein Ergebnis der sich wandelnden Rolle der USA im internationalen System.

In dem Bericht wird festgestellt, dass politische Kräfte, die Zerstörung statt Reformen befürworten, in vielen westlichen Gesellschaften an Dynamik gewinnen, angetrieben durch die Enttäuschung über die Leistung demokratischer Institutionen und den Verlust des Vertrauens in politische Kurskorrekturen.

Allerdings warnt der Bericht davor, dass noch unklar sei, ob eine solche Zerstörung tatsächlich den Weg für eine Politik ebnen werde, die Sicherheit, Wohlstand und Freiheit fördere. Stattdessen könnte es weltweit zu einer Verlagerung hin zu transaktionalen Vereinbarungen anstelle von prinzipienorientierter Zusammenarbeit, zu privaten Interessen anstelle des Gemeinwohls und zu regionalen Hegemonien anstelle universeller Normen kommen.

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