
Das Foto zeigt eine Kung-Fu-Vorführung bei der Frühlingsfest-Gala Berlin-Brandenburg 2026 in der Technischen Universität Berlin in Berlin, 1. Februar 2026. (Xinhua/Du Zheyu)
BERLIN, 19. Februar (Xinhua) -- Jonas Hoffmann hatte noch nie an einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest teilgenommen. Als seine chinesischen Freunde ihn zu einer Gala an ihrer Universität in Berlin einluden, wusste er daher nicht, was ihn erwarten würde.
Sein Unwissen löste sich auf, als eine Reihe von Kampfkünstlern synchron in Aktion trat, ihre Fersen die Luft durchschnitten und ihre Füße sauber im Takt auf dem Boden aufschlugen. Er lehnte sich in seinem Stuhl nach vorne und machte große Augen.
„Der Drachentanz und die Kung-Fu-Vorführung haben mich am meisten fasziniert“, erzählte der Student der Technischen Universität Berlin nach der Show gegenüber Xinhua, noch immer voller Adrenalin. „Diese Schläge und Tritte waren so cool. Das war das erste Mal, dass ich chinesische Festlichkeiten aus nächster Nähe miterlebt habe. Es war noch aufregender, als ich es mir vorgestellt hatte.“
Hoffmann war einer von fast tausend Zuschauern, die den Hörsaal der Universität für die Frühlingsfest-Gala Berlin-Brandenburg 2026 füllten. Die von und für chinesische Studenten organisierte Veranstaltung begrüßte das chinesische Neujahr, das am 17. Februar begann und das Jahr des Pferdes einläutete.
Die Bühne wurde mit einer Darbietung nach der anderen zum Leben erweckt: präzise Kung-Fu-Choreografien, ein Ausschnitt aus „Die Reise nach Westen“ als Peking-Oper, ein Gitarrenensemble, das „Carmen“ spielte, und ein Kinderchor, der mit warmem Applaus bedacht wurde. Während die Bühnenarbeiter schnell die Kulissen und die Beleuchtung wechselten, reagierte das Publikum mit Applaus, Smartphone-Aufnahmen und aufgeregtem Geflüster. Der Saal war stets von einem geteilten, lebhaften Rhythmus festlicher Stimmung erfüllt.
Liu Lixin, Gesandter-Botschaftsrat der chinesischen Botschaft in Deutschland, überbrachte den chinesischen Studenten in Deutschland Neujahrsgrüße. Er lobte ihr akademisches Engagement sowie ihre gegenseitige Unterstützung. Gleichzeitig ermutigte er sie, als Kulturbotschafter die Freundschaft zwischen China und Deutschland weiter zu pflegen und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen.
„Der Abend hat mein Interesse an der chinesischen Kultur geweckt, da die Kunstformen ohne viel Kontext verständlich waren“, sagte Hoffmann. „Musik, Tanz und Kampfkunst überwanden die Sprachbarriere und vermittelten ein direktes Gefühl für die Werte und die Ästhetik dahinter.“
Für viele chinesische Studenten im Publikum hatte der Abend eine tiefere emotionale Bedeutung. Viele beschrieben das Frühlingsfest als den schwierigsten Feiertag, den man fern von zu Hause verbringen kann. „In der Zeit vor dem Neujahrsfest ist die Gala ein Ersatz für Familienrituale. Ich bin ein bisschen überwältigt und vermisse meine Familie sehr“, sagte ein Masterstudent im zweiten Jahr mit dem Nachnamen Zhang.
Als die letzte Darbietung zu Ende war, war auch die gesamte Show vorbei, aber die festliche Stimmung hielt noch an. Die Teilnehmer unterhielten sich, spielten Videoclips noch einmal ab und zeigten einander ihre Lieblingsmomente. Das chinesische Neujahr war noch nicht offiziell angebrochen, aber für ein paar Stunden wurde es in Berlin bereits mit Musik, Darbietungen und gemeinsamem Lachen gefeiert.
