
BEIJING, 10. März (Xinhua) -- Während in Beijing die Jahrestagungen von Chinas oberster Legislative und der Politischen Konsultativkonferenz, bekannt als die „Zwei Tagungen“, stattfinden, verfolgen ausländische Gesandte und internationale Journalisten das Ereignis aufmerksam, um Signale hinsichtlich der Entwicklungstrends der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und deren globaler Auswirkungen zu erkennen.
Sie beschreiben die Versammlung, bei der der Entwurf des 15. Fünfjahresplans (2026-2030) des Landes geprüft wird, als ein wichtiges Fenster zu Chinas politischer Ausrichtung und als Quelle der Stabilität in einer unsicheren Welt.
„China ist eines der größten Länder der Welt. Alle wollen wissen, was hier geschieht und welche Politik verfolgt wird“, sagte Daouda Bitie, Botschafter von Burkina Faso in China. „Deshalb sind die ‚Zwei Tagungen‘ für alle so interessant.“
Für viele bedeutet dies, Chinas Governance-Modell aus nächster Nähe zu beobachten. „Mein vorrangiges Ziel ist es, Chinas politisches System genauer zu erklären, denn viele Menschen im Westen verstehen nicht wirklich, wie es funktioniert“, sagte Mojca Pisek, eine Journalistin aus Slowenien.
Bruno Falci, ein brasilianischer Journalist des lateinamerikanischen Fernsehsenders teleSUR, der zum ersten Mal über die „Zwei Tagungen“ berichtet, hob die Vielfalt der Teilnehmer an der jährlichen Versammlung hervor, bei der Menschen aus verschiedenen ethnischen Gruppen und Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen und Technologie zu Wort kommen. Er beschrieb China auch als Vorbild für Lateinamerika bei der Armutsbekämpfung.
James Kimonyo, Ruandas Botschafter in China, der zum siebten Mal als Beobachter zu den jährlichen „Zwei Tagungen“ eingeladen wurde, sagte, die Versammlung biete Einblicke in die politischen Prioritäten und die strategische Ausrichtung Chinas. Er merkte an, dass die Diskussionen über qualitativ hochwertige Entwicklung, technologische Innovation, grünen Wandel und Öffnung Auswirkungen auf Ruanda und die ganze Welt hätten.
Angesichts des bevorstehenden Starts von Chinas neuem Fünfjahresplan sind ausländische Beobachter gespannt darauf, den Entwurf zu verstehen - von Gesundheit und Technologie bis hin zu Handel und globaler Zusammenarbeit.
Martin Taylor, Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China, begrüßte die Betonung der Verbesserung der Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung in dem Plan.
„Ich freue mich sehr, dass im 15. Fünfjahresplan ein großer Schwerpunkt auf der Verbesserung der Gesundheit und Gesundheitsversorgung liegt, damit die Menschen ein gesundes und produktives Leben führen können“, sagte Taylor.
„Wir untersuchen, wie Technologie und Innovation Chinas Entwicklungsagenda sowie die globale Entwicklungsagenda weiter vorantreiben können“, sagte James George, der amtierende Vertreter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen für China. „Innovation, Künstliche Intelligenz und die digitale Wirtschaft werden dabei eine Schlüsselrolle spielen.“
Der Botschafter Bangladeschs in China, Md. Nazmul Islam, sagte, sein Hauptaugenmerk liege auf Chinas Modernisierungs- und Öffnungsbemühungen. Er verwies auf das Engagement beider Länder für eine engere Zusammenarbeit, insbesondere in Bereichen wie Modernisierung und Konnektivität im Rahmen der „Gürtel und Straße“-Initiative (BRI).
„Wir brauchen eine Welt, in der wir Wohlstand teilen“, sagte Shahbaz Khan, Direktor des UNESCO-Regionalbüros für Ostasien. „Ich freue mich sehr auf das nächste Kapitel des Fortschritts im Rahmen von Chinas 15. Fünfjahresplan und darauf, zu sehen, wie die Welt davon profitiert.“
In einer Welt, die mit Unsicherheiten zu kämpfen hat, blicken viele Menschen auf China, um Sicherheit zu finden. „In diesen turbulenten Zeiten möchte ich sehen, wie China zur globalen Stabilität beitragen kann“, sagte Eric Napoli, Journalist bei der brasilianischen Zeitung A Tarde.
Der maledivische Botschafter in China, Fazeel Najeeb, merkte an, dass Chinas Rolle und die globalen Initiativen des Landes in einer unsicheren Welt sehr wichtig seien. „China zeigt sich sehr stabil. Das ist für Entwicklungsländer sehr ermutigend“, sagte Najeeb.
„China ist nicht nur ein Vorbild für sozialistische Länder, sondern auch eine Hoffnung für die Welt“, sagte Alberto Blanco Silva, Kubas Botschafter in China, auf Chinesisch. „Hoffnung, Vertrauen, Stabilität und Einheit - das ist die Zukunft, die wir alle sehen wollen.“
