KI hält Einzug in reale Industrie und steigert Kooperationspotenzial: Leiter der Hannover Messe - Xinhua | German.news.cn

KI hält Einzug in reale Industrie und steigert Kooperationspotenzial: Leiter der Hannover Messe

2026-04-25 10:33:59| German.news.cn
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Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, posiert für ein Porträtfoto in Hannover, 22. April 2026. (Xinhua/Zhang Haofu)

HANNOVER, 24. April (Xinhua) -- Künstliche Intelligenz (KI) gehe rasch über sprachbasierte Anwendungen hinaus und halte Einzug in reale industrielle Umgebungen, wo Systeme zunehmend in der Lage seien, autonome Entscheidungen zu treffen, sagte Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG.

„Dank KI verfügen wir nun über eine breite Palette an Technologien, die tatsächlich angewendet werden können“, sagte Köckler kürzlich in einem Interview mit Xinhua und merkte an, dass viele Besucher der Hannover Messe in dieser Woche „überrascht und begeistert“ gewesen seien von dem, was in Fabrikhallen bereits möglich sei.

Die Hannover Messe, die dieses Jahr in dieser Woche von Montag bis Freitag stattfindet, hat Aussteller aus mehr als 50 Ländern und Regionen angezogen, darunter rund 700 aus China. Damit stellt das Land nach Gastgeber Deutschland die zweitgrößte Gruppe von Ausstellern.

Ein zentrales Thema der diesjährigen Messe ist das, was die Organisatoren als „physische KI“ bezeichnen, also Intelligenz, die in real operierenden Maschinen eingebettet ist, häufig verkörpert durch humanoide Roboter. Eine eigene Halle für humanoide Roboter feiert auf der Veranstaltung ihr Debüt, wobei chinesische Unternehmen zu den prominentesten gehören und eine breite Palette an Robotern präsentieren, die anhaltende Aufmerksamkeit bei den Besuchern auf sich ziehen.

Die industrielle Rolle der humanoiden Roboter nimmt laut Köckler noch Gestalt an. „Es ist noch offen, ob humanoide Roboter in der Fabrik direkt Autos oder andere komplexe Produkte herstellen werden“, sagte er. „Aber es ist klar, dass diese Technologie in der Industrie eingesetzt werden wird, und wahrscheinlich noch stärker im Dienstleistungssektor und im Gesundheitswesen.“

Kein Zweifel bestehe jedoch daran, dass es dringend notwendig sei, sie zu verstehen, betonte Köckler. „Wenn man jeden Tag Fahrrad fährt und plötzlich ein Flugzeug zur Verfügung steht, muss man verstehen, wie man fliegt“, sagte er. „Wenn man die Möglichkeiten nicht ergreift, wird es der Konkurrent tun.“

Köckler verwies auf den kürzlich in Beijing zum zweiten Mal in Folge ausgetragenen Halbmarathon für humanoide Roboter als Beispiel für die rasante Entwicklung der Branche. „Nach nur zwölf Monaten war die Verbesserung erheblich“, sagte er. „Das zeigt, wie enorm der Wettbewerbsvorteil durch diese Technologie sein kann.“

Er führte Chinas Dynamik auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurück, darunter einen riesigen Binnenmarkt, einen großen Pool an jungen Ingenieurtalenten und eine außergewöhnliche Fähigkeit zur schnellen Skalierung. „Man kann fast alle sechs Monate deutliche Verbesserungen feststellen“, so Köckler.

„Chinesische Unternehmen entwickeln sich rasant, während deutsche Unternehmen nach wie vor sehr stark in der Produktion und im Engineering sind. Und genau diese Komplementarität macht eine Zusammenarbeit sinnvoll.“

Köckler betonte zudem, dass die Beziehung zwischen China und Deutschland in den Bereichen KI und Robotik nicht rein unter dem Gesichtspunkt des Wettbewerbs betrachtet werden sollte. Die beiden Länder seien weiterhin wichtige Partner über Märkte, Technologien und Lieferketten hinweg und verfügten über eine solide Grundlage für eine fortgesetzte Zusammenarbeit, sagte er.

„Wir stehen im Wettbewerb, aber wir haben auch viel Raum für Zusammenarbeit“, sagte Köckler. „Wettbewerb ist gut, da er alle dazu antreibt, bessere Produkte zu besseren Preisen anzubieten. Aber es gibt auch Raum, gemeinsam etwas aufzubauen.“

Internationale Zusammenarbeit werde in Zukunft entscheidend sein, fügte er hinzu. „Ein großartiges Produkt kann von Ingenieuren aus aller Welt entwickelt werden, und genau das machen KI und Robotik möglich.“

HANNOVER, 24. April 2026 (Xinhua) -- Das Foto zeigt Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Messe AG, bei einem Interview mit Xinhua in Hannover, 22. April 2026. (Xinhua/Zhang Haofu)

HANNOVER, 24. April 2026 (Xinhua) -- Das Foto zeigt Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Messe AG, bei einem Interview mit Xinhua in Hannover, 22. April 2026. (Xinhua/Zhang Haofu)

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