Bundesbank empfiehlt Kopplung des Renteneintrittsalters an Lebenserwartung - Xinhua | German.news.cn

Bundesbank empfiehlt Kopplung des Renteneintrittsalters an Lebenserwartung

2022-06-22 11:03:45| German.news.cn
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BERLIN, 21. Juni (Xinhua) -- Die Deutsche Bundesbank hat am Montag empfohlen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, um das gesetzliche Rentensystem langfristig zu stabilisieren.

"Die Kopplung dämpft den Druck auf Beitragssatz und Bundeshaushalt spürbar", erklärte die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht. "Mit der längeren Erwerbsphase steigt neben den individuellen Renten zudem die Beschäftigung."

In vielen anderen Ländern der Europäischen Union, darunter Dänemark, Italien, die Niederlande oder Portugal, steige das gesetzliche Renteneintrittsalter bereits mit der Lebenserwartung, erinnerte die Bank.

Seit 1871 hat sich die Lebenserwartung in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mit derzeit 78,6 Jahren für Männer und 83,4 Jahren für Frauen mehr als verdoppelt.

Der Druck auf das deutsche Rentensystem wächst. Im Jahr 2020 erhielten 21,8 Millionen Menschen 341 Milliarden Euro (358,7 Milliarden US-Dollar) aus der gesetzlichen, privaten oder betrieblichen Altersvorsorge, fast 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Als Reaktion darauf soll das Renteneintrittsalter für den Bezug der vollen gesetzlichen Rente in Deutschland bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden. In der laufenden Legislaturperiode strebt die Bundesregierung jedoch weder Rentenkürzungen noch eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an.

Simulationen bis zum Jahr 2070 zeigen, dass der "Druck auf die Rentenfinanzen spürbar nachlässt, wenn das Rentenalter nach 2031 weiter sukzessive zunimmt", so die Deutsche Bundesbank in ihrem Bericht.

Im Juli wurden die Renten in Westdeutschland um 5,35 Prozent und in Ostdeutschland um 6,12 Prozent angehoben. "Die gesetzliche Rente funktioniert trotz der Herausforderungen, vor denen wir gerade stehen, sehr gut", sagte Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil bei der Bekanntgabe der Erhöhung.

(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)

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