Bundesverband der Deutschen Industrie senkt Wirtschaftsprognose auf 1,5 Prozent - Xinhua | German.news.cn

Bundesverband der Deutschen Industrie senkt Wirtschaftsprognose auf 1,5 Prozent

2022-06-23 11:21:57| German.news.cn
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BERLIN, 22. Juni (Xinhua) -- Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts und der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie am Dienstag seine Wirtschaftsprognose für 2022 auf 1,5 Prozent gesenkt.

Vor Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts war der Industrieverband noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 3,5 Prozent in Deutschland in diesem Jahr ausgegangen.

"Eine Erholung im Sinne einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau ist frühestens zum Jahresende zu erwarten", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Selbst wenn die Wirtschaft das Vorkrisenniveau von COVID-19 wieder erreichen würde, würden drei Jahre Wachstum fehlen.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute IfW Kiel und ifo ihre Konjunkturprognosen für 2022 auf 2,1 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent gesenkt.

Um den Aufschwung fortzusetzen, wäre Deutschland auf weitere Gaslieferungen aus Russland angewiesen. "Die Reduzierung russischer Gasexporte besorgt uns. Eine Unterbrechung hätte katastrophale Auswirkungen auf die produzierende Industrie und würde unsere Wirtschaft unweigerlich in die Rezession schicken", warnte Russwurm.

Laut einer Branchenumfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) würden rund zwei von drei energieintensiven Unternehmen in Deutschland bei einem Ausfall der Gaslieferungen ihre Produktion drosseln oder sogar einstellen. Bei den nicht-energieintensiven Betrieben war es immerhin noch mehr als jeder fünfte.

Nach dem anfänglichen Einbruch durch den Russland-Ukraine-Konflikt hat sich die deutsche Industrieproduktion im April nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) leicht um 0,7 Prozent erholt.

"Der Auftragsbestand bleibt in der Industrie auf Rekordhoch, auch die Kapazitätsauslastung ist hoch. Doch die Produktion ist aufgrund der bestehenden Lieferengpässe zum Teil erheblich beeinträchtigt", sagte Russwurm.

(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)

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