Deutsche Hersteller ringen um Gaseinsparungen ohne Produktionseinschränkungen - Xinhua | German.news.cn

Deutsche Hersteller ringen um Gaseinsparungen ohne Produktionseinschränkungen

2022-11-24 11:45:19| German.news.cn
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BERLIN, 23. November (Xinhua) -- Viele deutsche Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes haben laut dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung ihren Erdgasverbrauch mit nur geringen Einschränkungen der Fertigung gesenkt.

"Das wird allerdings in der Zukunft schwerer", erklärte das ifo Institut am Dienstag unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage.

In den vergangenen sechs Monaten sei es 75 Prozent der befragten Unternehmen, die Erdgas in ihren Produktionsprozessen einsetzen, gelungen, den Gasverbrauch zu reduzieren, ohne die Produktion zu drosseln, so der Münchner Thinktank.

"Dieser hohe Anteil ist erfreulich, allerdings sind die Unterschiede zwischen den Branchen erheblich", sagte Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen, in einer Erklärung.

Die Automobilindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau waren laut der Studie erfolgreicher bei der Senkung des Gasverbrauchs ohne Produktionseinbußen als die energieintensive chemische Industrie, in der die Erfolgsquote nur 60 Prozent betrug.

Aufgrund der durch die Erdgasknappheit verursachten Produktionseinschränkungen bleibt die Lage in der chemischen Industrie des Landes angespannt. "Eine Verbesserung zeichnet sich für die kommenden Monate nicht ab - im Gegenteil. Die Talsohle ist wahrscheinlich noch nicht erreicht", sagte ein Sprecher des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag gegenüber Xinhua.

Im ersten Halbjahr 2022 stiegen die Gaspreise für Unternehmen und Behörden im Vergleich zum zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres um 39 Prozent, Strom wurde um rund 19 Prozent teurer, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Mit Blick auf die nächsten sechs Monate gaben 41,4 Prozent der Industrieunternehmen an, "Gassparen sei nur noch möglich, wenn gleichzeitig auch die Produktion sinke", so das ifo Institut. Besonders hoch waren die Zahlen in der Glas- und Keramikbranche, in der Pharma- sowie in der Chemieindustrie.

"Die hohen Energiepreise belasten vor allem die sehr energieintensiven Wirtschaftsbereiche", erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten von Anfang November. Die deutsche Wirtschaft werde 2023 voraussichtlich in eine Rezession abrutschen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 0,2 Prozent sinken.

(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)
 

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