BERLIN, 7. März (Xinhua) -- Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung hat am Mittwoch seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2024 auf 0,2 Prozent gesenkt. Im Januar waren es noch 0,7 Prozent.
Europas größte Volkswirtschaft sei "gelähmt. Im Vergleich zu anderen großen europäischen Ländern fällt Deutschland spürbar ab", so der größte deutsche Wirtschafts-Thinktank.
Während sich andere europäische Länder seit Herbst 2023 allmählich erholen, schrumpfte die deutsche Wirtschaft im letzten Quartal des vergangenen Jahres um 0,3 Prozent. Laut ifo ging vor allem die Wertschöpfung in der Industrie und im Baugewerbe stark zurück.
"Die Konsum-Zurückhaltung, die hohen Zinsen und Preissteigerungen, die Sparbeschlüsse der Regierung und die schwache Weltkonjunktur dämpfen derzeit die Konjunktur in Deutschland und führen erneut zu einer Winterrezession", sagte ifo-Experte Timo Wollmershäuser in einer Mitteilung.
Durch die gescheiterte Umwidmung der COVID-19-Hilfsfonds zugunsten von Klimamaßnahmen war die Bundesregierung gezwungen, ihren geplanten Haushalt deutlich zu kürzen. Besonders betroffen sind die Verbraucher, da Sozialleistungen gekürzt und gleichzeitig die Steuern auf Energie und Flugreisen erhöht wurden.
Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wird im ersten Quartal dieses Jahres voraussichtlich um 0,1 Prozent sinken. "Mit dem allmählichen Wegfall der Belastungen bei Zinsen und Preisen und den Auswirkungen der höheren Kaufkraft für die Verbraucher wird sich die Wirtschaftsleistung zur Jahresmitte beschleunigen", merkte Wollmershäuser an.
Nachdem die Reallöhne in Deutschland im Zuge der Pandemie und der anschließenden Energiekrise drei Jahre lang gesunken waren, stiegen sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2023 leicht um 0,1 Prozent. Demgegenüber stieg die Inflationsrate im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 5,9 Prozent pro Jahr.
Für das Jahr 2024 wird laut ifo Institut eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,3 Prozent erwartet, die leicht über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent liegt.
(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)





