
Das Foto zeigt die Außenansicht des Veranstaltungsortes des 5. Weltkongresses der Biosphärenreservate in Hangzhou in der Provinz Zhejiang in Ostchina, 22. September 2025. (Xinhua/Huang Zongzhi)
HANGZHOU, 25. September (Xinhua) -- Rund 4.000 Delegierte aus mehr als 150 Ländern und Regionen versammelten sich in Hangzhou, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Zhejiang, zum 5. Weltkongress der Biosphärenreservate und diskutierten Wege zum Schutz der Biosphärenreservate und zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung.
Derzeit beschleunige sich eine neue Phase der technologischen Revolution und des industriellen Wandels, angetrieben durch rasante Durchbrüche in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz (KI) und Biotechnologie, was günstige Bedingungen für die gemeinsame Bewältigung globaler ökologischer Herausforderungen biete, sagte Hou Jianguo, Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS).
Technologien wie Big Data, Fernerkundung und KI können in einen kohärenten technologischen Rahmen integriert werden. Diese Synthese ermögliche eine effektivere Unterstützung für den Schutz nachhaltiger Lebensgrundlagen und Ökosysteme, sagte Guo Huadong, Akademiemitglied der CAS und Direktor des Internationalen Zentrums für Weltraumtechnologien für das Natur- und Kulturerbe unter der Schirmherrschaft der UNESCO.
„Ein Biosphärenreservat stellt ein Modell für nachhaltige Entwicklung dar und ist im Wesentlichen eine Region, die bereits Nachhaltigkeit erreicht hat. Die Erforschung dieser Modellzonen kann dazu beitragen, die Bemühungen zum Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit voranzutreiben“, sagte Guo.
Der 5. Weltkongress der Biosphärenreservate (WCBR), der vom 22. bis 25. September stattfindet, ist der erste Kongress dieser Art in Asien. Der Aktionsplan von Hangzhou, der während des Kongresses verabschiedet werden soll, wird die Umsetzung des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) für das nächste Jahrzehnt steuern.
Die UNESCO startete das MAB-Programm im Jahr 1971, um die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen für die Interaktion zwischen Mensch und Natur zu fördern. Es wird über das Weltnetz der Biosphärenreservate (WNBR) betrieben, das 759 Biosphärenreservate in 136 Ländern umfasst.
Etwa alle zehn Jahre beruft die UNESCO den WCBR ein, um Fortschritte zu bewerten, Erfahrungen auszutauschen und Prioritäten und Ziele für das MAB-Programm festzulegen. Der letzte WCBR fand 2016 im peruanischen Lima statt, wo der Aktionsplan von Lima (2016-2025) verabschiedet wurde.
Roman Nazarov, Forscher am Institut für Zoologie in Usbekistan, äußerte seine Vorfreude auf den Aktionsplan von Hangzhou und hob die entscheidende Rolle der internationalen Zusammenarbeit beim Schutz der Natur und der Entwicklung konkreter Maßnahmen für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen hervor.
Als Experte für Eidechsen und Reptilien stellte Nazarov fest, dass „die Verbreitungsgebiete von Tieren nicht durch menschliche Grenzen beschränkt sind, was eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit umso wichtiger macht“.
Guo wies des Weiteren darauf hin, dass beispielsweise bestimmte Zugvögel jedes Jahr mehrere Länder durchqueren würden. Diese Wanderungen seien ein integraler Bestandteil eines globalen Lebenssystems. Uneinheitliche Naturschutzmaßnahmen der einzelnen Nationen würden jedoch eine Gefahr für die Stabilität der Ökosysteme darstellen, was die Notwendigkeit international koordinierter Bemühungen unterstreiche.
Die teilnehmenden Experten waren sich einig, dass angesichts der Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, die internationale Zusammenarbeit für den Biosphärenschutz von entscheidender Bedeutung ist.
Nach Ansicht von Macarena Bustamante vom Konsortium für die nachhaltige Entwicklung der Anden-Ökoregion (CONDESAN) in Ecuador sollte die internationale Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen zum Tragen kommen, angefangen bei der globalen Agenda im Einklang mit internationalen Übereinkommen bis hin zu regionalen Verpflichtungen, nationalen Strategien und lokalen Basisinitiativen.
Die Konferenz biete eine hervorragende Plattform für den Austausch, die es ermögliche, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Ideen für den Erhalt von Biosphärenreservaten und eine nachhaltige Entwicklung einzubringen, sagte Farai Dondofema, Professor an der Universität von Venda in Südafrika. China habe sich aktiv an entsprechenden Bemühungen beteiligt, fügte er hinzu.
China trat dem MAB-Programm im Jahr 1973 offiziell bei und richtete fünf Jahre später ein nationales Komitee für das Programm ein. Bis heute wurden 34 Naturschutzgebiete in China als UNESCO-Biosphärenreservate ausgewiesen, womit das Land hinsichtlich der Gesamtzahl solcher Reservate in Asien an erster Stelle steht.
(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)
