
Das Foto zeigt ausgestellte Porsche-Fahrzeuge auf der 4. China International Consumer Products Expo (CICPE) in Haikou, der Hauptstadt der Provinz Hainan in Südchina, 14. April 2024. (Xinhua/Yang Guanyu)
Nach Ansicht von Analysten spiegelt diese Verschiebung die wachsenden Auswirkungen der US-Zölle und Handelsbarrieren wider, die die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen belasten und Deutschlands Exportdynamik schwächen.
Im Rahmen eines am 1. August in Kraft getretenen Handelsabkommens haben die Vereinigten Staaten einen Zoll von 15 Prozent auf die meisten Exporte aus der Europäischen Union erhoben. Die Automobilindustrie, seit Langem eine Säule des deutschen Handelsüberschusses mit den Vereinigten Staaten, ist am stärksten betroffen.
BERLIN, 24. Oktober (Xinhua) -- Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat China in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 die Vereinigten Staaten als Deutschlands größter Handelspartner abgelöst.
Nach Ansicht von Analysten spiegelt diese Verschiebung die wachsenden Auswirkungen der US-Zölle und Handelsbarrieren wider, die die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen belasten und Deutschlands Exportdynamik schwächen.
Von Januar bis August beliefen sich die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten auf insgesamt 101 Milliarden Euro, ein Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im August sanken die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 20,1 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, was den stärksten Rückgang seit November 2021 darstellt. Die Importe aus den Vereinigten Staaten erreichten 63,4 Milliarden Euro, wodurch sich das bilaterale Handelsvolumen auf insgesamt 164,4 Milliarden Euro belief. Im Gegensatz dazu erwies sich der Handel zwischen Deutschland und China als widerstandsfähiger und stieg im gleichen Zeitraum auf 166,3 Milliarden Euro.
Im Rahmen eines am 1. August in Kraft getretenen Handelsabkommens haben die Vereinigten Staaten einen Zoll von 15 Prozent auf die meisten Exporte aus der Europäischen Union erhoben. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), sagte, die US-Zollpolitik sei ein entscheidender Faktor für den Einbruch der Exporte, und wies darauf hin, dass die Nachfrage nach deutschen Autos, Maschinen und Chemikalien stark zurückgegangen sei.
Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) plant mehr als die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen, den Handel mit den Vereinigten Staaten zurückzufahren, und etwa ein Viertel rechnet damit, Investitionsprojekte dort auszusetzen oder zu streichen. Der Ökonom Hermann Simon sagte, die US-Zölle hätten deutsche Exporteure vor große Herausforderungen gestellt, und warnte, dass Unternehmen, die Marktanteile in den Vereinigten Staaten verlören, andere Regionen erschließen müssten, um ihr Wachstum aufrechtzuerhalten.
Die Automobilindustrie, seit Langem eine Säule des deutschen Handelsüberschusses mit den Vereinigten Staaten, ist am stärksten betroffen. Seit Washington im April die Zölle auf importierte Fahrzeuge und verwandte Produkte erhöht hat, stehen deutsche Autoexporte unter anhaltendem Druck.
Ein Bericht der Beratungsfirma EY zeigt, dass die Automobilbranche des Landes im vergangenen Jahr bis Juni rund 51.500 Arbeitsplätze abgebaut hat - fast sieben Prozent ihrer Belegschaft. In deutschen Medien wurde berichtet, dass höhere Zölle die Preise für deutsche Autos und Teile in den Vereinigten Staaten in die Höhe getrieben haben, was Mercedes-Benz, Volkswagen, Bosch, Continental und andere dazu veranlasst hat, umfassende Kostensenkungspläne auf den Weg zu bringen.
Der Druck hat sich auch auf andere Branchen ausgewirkt. DHL kündigte an, bis Ende des Jahres etwa 8.000 Mitarbeiter zu entlassen, Siemens plant bis 2027 den Abbau von 6.000 Stellen, und Thyssenkrupp Steel und Bosch haben bis zum Ende des Jahrzehnts einen noch stärkeren Personalabbau angekündigt.
Steigende Kosten und sinkende Nachfrage haben auch zu einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen geführt. Nach Angaben der DIHK erreichten die Unternehmensinsolvenzen im Juli den höchsten Stand seit zwölf Jahren, wobei für dieses Jahr mehr als 22.000 Anträge erwartet werden - durchschnittlich mehr als 60 pro Tag.
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel warnte, die US-Zölle und die politische Unsicherheit würden die fragile Erholung der deutschen Industrie untergraben. Der deutsche Wirtschafts-Thinktank Ifo-Institut prognostiziert für 2025 ein Wirtschaftswachstum von nur 0,2 Prozent und begründet dies mit den anhaltenden Belastungen durch Zölle und die schwache weltweite Nachfrage.
(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)
