Europäische Spitzenpolitiker unterstützen Dänemark nach Trumps Bemerkungen zu Grönland - Xinhua | German.news.cn

Europäische Spitzenpolitiker unterstützen Dänemark nach Trumps Bemerkungen zu Grönland

2026-01-07 09:30:36| German.news.cn
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Das Foto zeigt die Landschaft von Nuuk in Grönland, einem autonomen Gebiet Dänemarks, 20. März 2025. (Xinhua/Zhao Dingzhe)

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, die Vereinigten Staaten hätten kein Recht, Grönland zu annektieren, und forderte Washington auf, Drohungen gegen einen engen Verbündeten einzustellen.

BRÜSSEL, 6. Januar (Xinhua) -- Europäische Spitzenpolitiker haben sich hinter Dänemark gestellt, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut die Idee ins Spiel gebracht hatte, Grönland zu erwerben, und das arktische Gebiet als entscheidend für die US-Verteidigung bezeichnet hatte.

„Wir brauchen Grönland, absolut“, sagte Trump am Sonntag in einem Interview mit The Atlantic. Seine Äußerungen folgten auf eine amerikanische Militäraktion in Venezuela und schürten in Europa die Sorge, Grönland könnte das nächste Ziel einer US-Intervention werden.

Die Bemerkungen stießen in Grönland und Dänemark auf scharfe Kritik. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte, die Vereinigten Staaten hätten kein Recht, Grönland zu annektieren, und forderte Washington auf, Drohungen gegen einen engen Verbündeten einzustellen. Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bezeichnete die US-Rhetorik als „völlig und vollkommen inakzeptabel“.

Nordische Spitzenpolitiker gehörten zu den ersten, die reagierten. Der norwegische Außenminister Espen Barth Eide sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender NRK: „Man muss die Souveränität von Staaten respektieren.“ Der finnische Präsident Alexander Stubb und der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson betonten beide, dass Entscheidungen über Grönland ausschließlich bei Dänemark und Grönland lägen, und bekundeten ihre volle Unterstützung für ihren Nachbarn.

Am Montag verschärfte Frederiksen ihre Warnung und erklärte dem dänischen Sender TV2, eine Übernahme Grönlands durch die USA würde faktisch das militärische NATO-Bündnis beenden. „Sollten die USA beschließen, ein anderes NATO-Land anzugreifen, dann ist alles vorbei“, sagte sie mit Blick auf das kollektive Sicherheitssystem, das nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde.

Weitere europäische Länder schlossen sich dieser Position an. Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger schrieb auf X: „Grönland ist ein autonomes Territorium des Königreichs Dänemark. Dänemark hat unmissverständlich klargestellt: Drohungen und Annexionsfantasien sind nicht akzeptabel.“

Der Sprecher des französischen Außenministeriums, Pascal Confavreux, erklärte in einem Interview mit dem französischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TF1: „Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verändert werden“, und bekundete „Solidarität“ mit Dänemark.

Der britische Premierminister Keir Starmer sagte der BBC, „die Zukunft Grönlands liegt beim Königreich Dänemark und bei Grönland selbst“, und betonte zugleich den Status Dänemarks als NATO-Mitglied.

Bundesaußenminister Johann Wadephul wies darauf hin, dass Grönland als Teil Dänemarks prinzipiell unter die kollektiven Verteidigungsverpflichtungen der NATO falle.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani forderte die Europäische Union (EU) auf, eine klare Haltung einzunehmen. „Wir werden sehen, was Donald Trumps wirkliche Absichten in Bezug auf Grönland sind“, sagte er dem italienischen Hörfunksender RTL 102.5 und fügte hinzu, die EU müsse die Unabhängigkeit eines unter der dänischen Krone stehenden Gebiets garantieren.

Auf EU-Ebene erklärte die Sprecherin der Europäischen Kommission, Anita Hipper, bei einer täglichen Pressekonferenz, der Staatenbund werde weiterhin „die Prinzipien der nationalen Souveränität, der territorialen Integrität, der Unverletzlichkeit der Grenzen und der UN-Charta wahren“.

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