MÜNCHEN, Deutschland, 15. Februar (Xinhua) -- Der chinesische Außenminister Wang Yi forderte Deutschland am Samstag auf, eine treibende Rolle für die pragmatische Zusammenarbeit zwischen China und Europa einzunehmen und als Anker der Stabilität für die strategischen Beziehungen zwischen beiden Seiten zu dienen.
Wang, der auch Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas ist, äußerte diesen Appell bei einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz.
Wang übermittelte Merz herzliche Grüße der chinesischen Führung und sagte, die Rede des Kanzlers am Freitag bei der Eröffnungszeremonie der Münchner Sicherheitskonferenz habe das Streben Deutschlands und Europas nach strategischer Autonomie sowie nach Selbstständigkeit und Stärke widergespiegelt. China unterstütze Deutschland dabei, in dieser Hinsicht eine größere Rolle zu spielen, sagte er.
Alle von China auf internationaler Ebene vorgeschlagenen Initiativen und ergriffenen Maßnahmen dienten der Aufrechterhaltung des internationalen Systems mit den Vereinten Nationen (UN) als Kernstück, sagte Wang und merkte an, dass Autorität und Status der UN zwar geschwächt worden seien, ihre wichtige Stellung jedoch nach wie vor unersetzlich sei. Die vom chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping vorgeschlagene Global Governance Initiative ziele darauf ab, die UN wiederzubeleben und ein faireres und gerechteres globales Governance-System aufzubauen, sagte er.
China und Deutschland sollten als bedeutende Länder Verantwortung zeigen und neue Beiträge zum Weltfrieden und zur weltweiten Entwicklung leisten, sagte Wang.
Wang wies darauf hin, dass China und Deutschland weitreichende gemeinsame Interessen und sich ergänzende Stärken hätten und dass die Stärkung der Zusammenarbeit eine strategische Entscheidung sei, die auf den praktischen Bedürfnissen beider Länder beruhe. Er sagte, Chinas Engagement für eine hochrangige Öffnung werde deutschen Unternehmen enorme Möglichkeiten für Investitionen und Geschäftstätigkeiten bieten, und äußerte die Hoffnung, dass Deutschland auch chinesischen Unternehmen ein faireres und gerechteres Geschäftsumfeld bieten werde.
Wang sagte, China sei bereit, gemeinsam mit Deutschland die nächste Phase des hochrangigen Austauschs vorzubereiten, die pragmatische Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu verstärken, eine trilaterale Zusammenarbeit zu erkunden und die umfassende strategische Partnerschaft zwischen China und Deutschland auf eine neue Ebene zu heben.
Merz seinerseits bat Wang, der chinesischen Führung seine herzlichen Grüße zu übermitteln. Unter Hinweis auf Chinas weltweit anerkannte bemerkenswerte Entwicklungserfolge sagte Merz, dass das Land international eine zentrale Rolle spiele.
Deutschland und China unterhielten enge Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, und beide seien Nutznießer und Befürworter der wirtschaftlichen Globalisierung, sagte er und forderte beide Seiten auf, Chancen zu nutzen, Potenziale auszuschöpfen und die Zusammenarbeit zu vertiefen. Deutschland lehne Protektionismus konsequent ab, befürworte den freien Handel und ermutige deutsche Unternehmen, ihre Investitionen und Zusammenarbeit in China zu verstärken, betonte Merz.
Deutschland halte an der Ein-China-Politik fest und freue sich auf einen engen Austausch auf hoher Ebene mit China, die Stärkung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen und die Förderung einer weiteren Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen, fügte er hinzu.
