Przewalski-Pferde zurück in der Wildnis dank chinesisch-deutscher Kooperation - Xinhua | German.news.cn

Przewalski-Pferde zurück in der Wildnis dank chinesisch-deutscher Kooperation

2026-02-27 11:15:14| German.news.cn
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Das Foto zeigt Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin, 19. Februar 2026. (Xinhua/Du Zheyu)

Von Autoren: Chu Yi, Du Zheyu, Li Chao, Chen Bin

BERLIN/LANZHOU, 26. Februar (Xinhua) -- Mit dem Ende des Februars nähert sich in Berlin der Frühling, doch der Winter will noch nicht weichen. Der Wind ist noch kalt und die letzten Schneeflecken wollen einfach nicht schmelzen.

Im Gehege der Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin ist der Boden mit einer weißen Schneedecke bedeckt. In der Mitte liegt ein Heuhaufen, ringsum stehen etwa ein Dutzend Przewalski-Pferde, deren sandbraunes Fell sich vom Schnee abhebt, und senken die Köpfe, um zu fressen. Sie stecken ihre Nasen tief in das Heu und ihr warmer Atem legt sich auf ihre Mähnen und verwandelt sich in feinen Raureif.

Das Przewalski-Pferd, die einzige noch lebende Wildpferdeart der Welt, blickt auf eine mehr als 60 Millionen Jahre lange Evolutionsgeschichte zurück. „Sie mögen Blätter sehr gerne“, erklärte Martin Kränzlin, Säugetier-Kurator des Tierparks, gegenüber Xinhua. Ein Tierpfleger schiebt einen Wagen langsam über den Schnee, hält am Rand der Herde an und fügt Bündel um Bündel Heu, frische Äste und sogar einen Weihnachtsbaum hinzu.

Die Fütterung von Przewalski-Pferden sei viel einfacher als die Fütterung domestizierter Pferde, sagte Kränzlin. Im Winter erhalten die Tiere Heu und Pelletfutter, im Sommer kommt frisches Gras hinzu. Heu steht rund um die Uhr zur Verfügung.

Die Ordnung innerhalb der Herde folgt Regeln, die so alt sind wie die Art selbst. „In freier Wildbahn besteht eine typische Gruppe aus einem Hengst und mehreren Stuten“, erklärte Kränzlin. „Aber im Tierpark Berlin, wo die Herde von Stuten dominiert wird, ist das dominante Tier in der Regel die älteste oder stärkste Stute, und diese Rolle kann sich im Laufe eines Jahres oder wenn neue Tiere hinzukommen, verschieben.“

Es ist kaum vorstellbar, dass diese ruhigen, gemächlichen Tiere einst fast aus der Wildnis verschwunden wären. Die im Junggar-Becken im chinesischen Xinjiang und Teilen der Mongolei beheimatete Art steht in China auf der Liste der Tiere unter nationalem Schutz erster Klasse und gilt weiterhin weltweit als stark gefährdet.

Die Wiederansiedlung der Wildpferde ist zu einer gemeinsamen Mission über Grenzen hinweg geworden. Im Jahr 1985 startete China ein Programm zur Wiederansiedlung von Przewalski-Pferden aus dem Ausland und richtete Zuchtstationen in Xinjiang und der Provinz Gansu im Nordwesten des Landes ein.

Ende der 1980er Jahre führte das Endangered Animal Protection Center in Gansu 18 Gründertiere aus Ländern wie Deutschland und den Vereinigten Staaten ein.

„Von Anfang an verfolgten wir einen schrittweisen Ansatz, der auf den Wiederaufbau der Wildpopulationen abzielte“, sagte Wang Hongjun, Wildtiermanagerin des Centers. Die Population wurde in mehrere kleinere Gruppen aufgeteilt, um einen soliden Zuchtbestand aufzubauen und die Grundlage für ein nachhaltiges Populationswachstum zu schaffen.

Um diese Grundlage zu stärken, arbeitete das Center intensiv an den Details. „Durch die Modernisierung der Einrichtungen, die Intensivierung der täglichen Überwachung und die Verbesserung der Fütterung und Ernährung während der gesamten Zuchtsaison sowie durch die Anpassung der Herdenstruktur zur Erhaltung der genetischen Vielfalt haben wir unsere Gesamtkapazität für die Zucht und den Schutz gestärkt“, erklärte Wang.

Kränzlin sagte, China habe „nicht nur bei der Zucht, sondern auch bei der Überwachung und der Winterfütterung hervorragende Arbeit geleistet. Dies ist besonders wichtig in der frühen Phase der Wiederansiedlung, da kalte Winter und begrenzte Nahrungsquellen bedeuten, dass eine neu etablierte Population stabile Unterstützung benötigt.“

Eines nach dem anderen wurden die Pferde in ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet zurückgebracht. Sie überstanden einen Winter nach dem anderen, und die Population wuchs stetig. Im Jahr 2025 lag die Population der Przewalski-Pferde in China offiziellen Angaben zufolge bei mehr als 900 Tieren, was einem Drittel der weltweiten Gesamtpopulation entspricht.

„Die Erfahrungen in China beweisen, dass große Tiere wie Przewalski-Pferde erfolgreich in die Wildnis zurückgebracht werden können“, sagte Kränzlin.

Dennoch bleibt die Vergrößerung der Population eine langfristige Aufgabe. „Heute gibt es Wildpopulationen hauptsächlich in China und der Mongolei, aber sie sind immer noch relativ klein“, so Kränzlin.

Neben der Jagd und dem Verlust ihres Lebensraums waren auch strenge Winter in der Vergangenheit ein wichtiger Faktor für den Rückgang der Art.

„Kleine Populationen sind weitaus weniger widerstandsfähig gegenüber extremen Wintern als große“, sagte Kränzlin. „Die Länder müssen daher in Bereichen wie der Einführung weiterer Individuen zur Verstärkung bestehender Herden und der Förderung des genetischen Austauschs zwischen ihnen weiter zusammenarbeiten, um ein kontinuierliches Populationswachstum sicherzustellen.“

BERLIN, 26. Februar 2026 (Xinhua) -- Tierpfleger Norman Brozio bereitet die Fütterung der Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin vor, 19. Februar 2026. (Xinhua/Du Zheyu)

BERLIN, 26. Februar 2026 (Xinhua) -- Das Foto zeigt Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin, 19. Februar 2026. (Xinhua/Du Zheyu)

BERLIN, 26. Februar 2026 (Xinhua) -- Tierpfleger Norman Brozio bereitet die Fütterung der Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin vor, 19. Februar 2026. ZUSAMMEN MIT „Feature: Przewalski-Pferde zurück in der Wildnis dank chinesisch-deutscher Kooperation” (Xinhua/Du Zheyu)