Interview: Audi verstärkt Lokalisierung in China aufgrund von Innovation und zukunftsweisenden Partnerschaften: CEO - Xinhua | German.news.cn

Interview: Audi verstärkt Lokalisierung in China aufgrund von Innovation und zukunftsweisenden Partnerschaften: CEO

2026-03-28 09:10:45| German.news.cn
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Besucher betrachten ein Fahrzeug mit neuer Energie (NEV) von Audi während des World New Energy Vehicle Congress (WNEVC 2025) in Haikou in der Provinz Hainan in Südchina, 27. September 2025. (Xinhua/Guo Cheng)

Den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in China im Februar bezeichnete Döllner als „positives Signal für Wirtschaft und Zusammenarbeit“ und merkte an, dass stabile und offene deutsch-chinesische Beziehungen in Zeiten globaler Unsicherheit von entscheidender Bedeutung seien. Das Engagement der Regierung schaffe Vertrauen für ausländische Unternehmen, die in den Markt investieren.

INGOLSTADT, 27. März (Xinhua) -- China bleibe ein zentraler Schwerpunkt für Audi, während der deutsche Autobauer die Produktion von Elektrofahrzeugen (EV) ausbaue und lokale Partnerschaften stärke, sagte Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender von Audi, und hob Chinas raschen technologischen Fortschritt und das Marktpotenzial hervor.

Anlässlich der Bekanntgabe der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 erklärte Döllner gegenüber Xinhua, dass Chinas rasantes Innovationstempo die Automobilbranche neu gestalte.

Döllner beschrieb China nicht nur als großen Markt, sondern auch als einen Ort, an dem sich Technologieeinführung und Mobilitätstrends schneller entwickeln als anderswo, insbesondere im Segment der Fahrzeuge mit neuer Energie (NEV), was für Audi sowohl Chancen als auch Verantwortlichkeiten mit sich bringe.

Audi sei seit langem in China präsent, mit fast 40 Jahren Engagement und mehr als 35 Jahren lokaler Produktion, sagte Döllner. „Diese jahrzehntelange Zusammenarbeit spiegelt wider, wie eng Audi mit den chinesischen Kunden verbunden ist.“

China bleibt laut Döllner einer der dynamischsten Automobilmärkte der Welt und ein zentraler Knotenpunkt für technologische Innovation und industrielle Entwicklung.

Der Automobilmarkt verändere sich rasant, während NEV-Hersteller und Technologieunternehmen in den Sektor drängen würden, so der Vorstandsvorsitzende von Audi. „Der Wettbewerb verschärft sich, aber wir sehen dies als Herausforderung und als Antrieb für unsere eigene Weiterentwicklung.“

„Das alte Modell, Autos in Deutschland zu entwickeln und direkt nach China zu verschiffen, funktioniert nicht mehr. Um erfolgreich zu sein, müssen wir Produkte vor Ort entwickeln, wobei die chinesischen Verbraucher und das chinesische Ökosystem im Mittelpunkt stehen“, sagte Döllner.

Um auf diese Veränderungen zu reagieren, startete Audi vor zwei Jahren eine Schwestermarke in China, die auf den schnell wachsenden NEV-Markt abzielt und gleichzeitig die Lokalisierung der Kernmarke mit den vier Ringen stärkt. „Diese Doppelmarkenstrategie ermöglicht es uns, ein breiteres Spektrum an Kundenbedürfnissen abzudecken und die Produkteinführung zu beschleunigen“, so Döllner.

Audi arbeitet eng mit lokalen Automobilpartnern wie FAW und SAIC sowie mit Technologieunternehmen wie CATL und Huawei zusammen. Döllner erklärte, diese Kooperationen würden es dem Unternehmen ermöglichen, deutsches Ingenieurswissen in den Bereichen Fahrwerk, Sicherheit und Karosseriestruktur mit Chinas digitalem Ökosystem, Konnektivität und Batterietechnologie zu verbinden.

„So bringen wir das Beste aus beiden Welten zusammen“, sagte Döllner.

Seit 2025 hat Audi mehrere batterieelektrische Fahrzeuge in China eingeführt und plant, im Jahr 2026 weitere Modelle auf den Markt zu bringen, darunter den A6L e-tron.

Döllner erklärte, das Unternehmen entwickle jedes Modell in enger Zusammenarbeit mit lokalen Teams und Partnern, um sicherzustellen, dass es den Vorlieben und Nutzungsgewohnheiten der chinesischen Kunden entspreche. Diese Fahrzeuge verbinden deutsche Ingenieursstandards mit lokal relevanten Technologien in den Bereichen Infotainment, Fahrerassistenz und Konnektivität.

Den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in China im Februar bezeichnete Döllner als „positives Signal für Wirtschaft und Zusammenarbeit“ und merkte an, dass stabile und offene deutsch-chinesische Beziehungen in Zeiten globaler Unsicherheit von entscheidender Bedeutung seien. Das Engagement der Regierung schaffe Vertrauen für ausländische Unternehmen, die in den Markt investieren.

Über die Produkte hinaus passe Audi seine interne Struktur und seine globalen Aktivitäten an, um den Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden. Döllner erklärte, das Unternehmen straffe die Entscheidungsfindung, kläre Prioritäten und verkürze Entwicklungszyklen, um schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.

In Bezug auf die Lieferketten betonte Döllner die Diversifizierung zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit. „Wir wollen eine robuste Lieferkette, keine, die von einer einzigen Quelle abhängig ist“, sagte er.

Die Strategie von Audi scheint sich auszuzahlen. Im Jahr 2025 lieferte das Unternehmen 617.514 Fahrzeuge in China aus und zählt damit zu den führenden Premium-Automarken des Landes. Die anhaltende Marktöffnung und die steigende Verbrauchernachfrage böten deutschen Autobauern langfristige Wachstumschancen, so Döllner.

Mit Blick auf die Zukunft erklärte Döllner, dass Audi seinen dualen Ansatz aus Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeugen fortsetzen werde, um den vielfältigen Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden. Gleichzeitig werde die Einführung lokal angepasster Elektrofahrzeuge beschleunigt. „China bietet Audi nicht nur erhebliche Wachstumschancen, sondern dient auch als Maßstab für Innovationen in der globalen Automobilindustrie“, so Döllner.

„Unser Ziel ist es, die deutsche Automobil-DNA mit dem Tempo und der Kreativität des chinesischen Ökosystems zu kombinieren, um in einem sich rasch entwickelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben“, fügte Döllner hinzu und betonte, dass das Engagement des Unternehmens für chinesische Partnerschaften langfristig angelegt sei, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung der technologischen Fähigkeiten und der Marktposition liege.