
Ausländische Touristen fotografieren eine Drohnen-Lichtshow an der Nanbin Road im Stadtbezirk Nan'an von Chongqing im Südwesten Chinas, 22. April 2026. (Xinhua/Huang Wei)
* Ausländische Touristen kommen nach wie vor wegen der erwarteten Attraktionen - historische Sehenswürdigkeiten, Naturlandschaften, futuristisches Stadtleben und eine reiche Kultur. Doch eine eher unauffällige Beobachtung taucht in Reiseberichten immer häufiger auf: ein starkes Gefühl von Ordnung und Sicherheit, das Teil von Chinas Anziehungskraft ist.
* Die Wahrnehmung von Sicherheit in China spiegelt sich in internationalen Umfragen wider. Laut dem „Global Safety Report 2025“ von Gallup zählt China weltweit zu den Ländern mit den höchsten Werten beim Index für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sowie bei Recht und Ordnung.
* Auf einer tieferen Ebene, so Beobachter, habe Chinas wirtschaftliche Entwicklung die durch Armut bedingte Kriminalität deutlich reduziert, während eine effektive Governance und die freiwillige Beteiligung der Öffentlichkeit dazu beigetragen hätten, das allgemeine Sicherheitsgefühl zu stärken.
SHANGHAI, 5. Mai (Xinhua) -- Etwa 30 Minuten nach dem Verlassen eines Restaurants in der Innenstadt von Shanghai bemerkte der deutsche Tourist Lukas Schmidt, dass er sein Handy vergessen hatte. Er kehrte um.
Das Restaurantpersonal hatte das Gerät bereits beiseitegelegt. Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass es ihm gehörte, gaben sie es ihm ohne Umstände zurück.
Die kurze Begebenheit hinterließ einen bleibenden Eindruck. Man mache sich weniger Sorgen, etwas zu verlieren, sagte Schmidt. Dies sei für ihn einfach Teil des Alltags in China.
Es ist nicht die Art von Eindruck, die Reisende normalerweise von Auslandsreisen mitbringen. Ausländische Touristen kommen nach wie vor wegen der erwarteten Attraktionen - historische Sehenswürdigkeiten, Naturlandschaften, futuristisches Stadtleben und eine reiche Kultur.
Doch eine eher unauffällige Beobachtung taucht in Reiseberichten immer häufiger auf: ein starkes Gefühl von Ordnung und Sicherheit, das Teil von Chinas Anziehungskraft ist.
Diese Anziehungskraft zeigt sich in kurzen Videos, Reisetagebüchern und Live-Streams unter Hashtags wie „ChinaTravel“, die sich mit der Lockerung der Visabestimmungen und der Erholung des Einreise-Tourismus vervielfacht haben.
„Ich war schon in 55 Ländern“, sagte der kanadische Reisende Dave Mani in einem YouTube-Video, das seinen ersten Besuch in China Anfang dieses Jahres dokumentiert. „Und dies ist wahrscheinlich einer der drei sichersten Orte, an denen ich je gewesen bin.“
In den Videos tauchen immer wieder bestimmte Details auf: Lieferungen, die unbeaufsichtigt vor Wohnhäusern stehen, oder persönliche Gegenstände, die kurzzeitig im öffentlichen Raum zurückgelassen werden - für Einheimische alltägliche Szenen, für Erstbesucher jedoch überraschende Entdeckungen.
Auch die Nächte sind für ausländische Reisende voller Überraschungen. In vielen Großstädten weltweit sind die Stunden nach Sonnenuntergang mit Vorsicht verbunden. In China hingegen halten Besucher etwas anderes fest: gut beleuchtete Straßen, Jogger um Mitternacht und belebte Nachtmärkte.
In einem Video, das der amerikanische Rucksacktourist Christian Grossi gepostet hat, mischte er sich an einem Samstagabend unter die Menschenmenge auf einem öffentlichen Platz in Chongqing, wo Einheimische einkauften, zu Abend aßen und ihre Handys hochhielten, um eine Drohnen-Lichtshow zu filmen.
„Es fühlt sich super friedlich und super sicher an. Jeder hat sein Handy gezückt. Ich habe hier noch nie irgendeine Gefahr gespürt. Man sieht, dass es keine Polizei und keine Sicherheitskräfte gibt, nur Menschen, die hier ihr Leben genießen“, sagte Grossi.
EIN GENAUERER BLICK
Die Wahrnehmung von Sicherheit in China spiegelt sich in internationalen Umfragen wider. Laut dem „Global Safety Report 2025“ von Gallup zählt China weltweit zu den Ländern mit den höchsten Werten beim Index für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sowie bei Recht und Ordnung.
Aus offiziellen Daten geht hervor, dass im Jahr 2025 die Zahl der Strafsachen landesweit im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 sank, während die Fälle im Bereich der öffentlichen Sicherheit um 3,5 Prozent zurückgingen.
Experten führen diese Zahlen auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurück, darunter technologiegestützte Systeme für die öffentliche Sicherheit, die in großem Umfang zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit in Notfällen eingesetzt werden.
Lu Jifeng, Professor an der Shandong University of Science and Technology in Ostchina, hob das hohe Vertrauen der Öffentlichkeit in die Strafverfolgungsbehörden als einen entscheidenden Faktor hervor.
„Wenn die Menschen sehen, dass die Polizei bei der Lösung alltäglicher Probleme hilft, entsteht ganz natürlich Vertrauen“, sagte Lu und merkte an, dass die chinesische Polizei weithin als serviceorientiert wahrgenommen werde.
Dieses Gefühl des Vertrauens spiegelt sich auch in den Erfahrungen ausländischer Reisender wider. Anfang dieses Monats erhielt die Amerikanerin Katherine Taylor McCall, die in China Englisch unterrichtet, mit Hilfe der Polizei ihr Handy zurück, das sie in einem Fahrtdienst-Auto vergessen hatte. Die Polizei kontaktierte die Plattform, identifizierte den Fahrer und holte das Gerät zurück.
„Danke! Die chinesische Polizei ist großartig!“, sagte McCall.
Auf einer tieferen Ebene, so Beobachter, habe Chinas wirtschaftliche Entwicklung die durch Armut bedingte Kriminalität deutlich reduziert, während eine effektive Governance und die freiwillige Beteiligung der Öffentlichkeit dazu beigetragen hätten, das allgemeine Sicherheitsgefühl zu stärken.
Der belgische begeisterte Radfahrer Claude Brouir erlebte dies letztes Jahr während einer Reise durch China hautnah. Die Einheimischen entlang der Strecke hätten ihm freiwillig bei Übersetzungen, der Unterbringung und der Einführung in lokale Bräuche geholfen, was die Reise einfacher und angenehmer gemacht habe.
„In China sind gegenseitiges Vertrauen und Unterstützung Teil des täglichen Lebens“, sagte Wang Dianli, Professor an der Shandong University. Die konfuzianischen Lehren von Harmonie und Respekt vor der Vielfalt hätten das Alltagsverhalten in der chinesischen Gesellschaft geprägt, fügte er hinzu.
Für manche Besucher wird ihre sichere Reiseerfahrung zu einem Grund, länger zu bleiben.
Eine südafrikanische Content-Erstellerin, die den Social-Media-Account „Because I’m Lizzy“ betreibt, lebt seit Jahren in China. Sie nannte die alltäglichen Begegnungen mit Einheimischen als einen entscheidenden Faktor für ihren Verbleib im Land. „Die Chinesen sind wirklich die freundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe“, sagte sie.
Fabien Loudet, der seit mehr als 16 Jahren in China lebt, erinnerte sich an seine Kindheit in Frankreich - mit einem, wie er es beschrieb, ständigen Hintergrundbewusstsein für Risiken, beispielsweise welche Stadtviertel man meiden sollte und wie man in der Öffentlichkeit wachsam bleiben muss.
„Dieses Gefühl verschwand allmählich, nachdem ich nach China gekommen war“, sagte Loudet in einem auf Social-Media geposteten Video. „Seelenfrieden ist unbezahlbar. So sehr ich mein Heimatland auch liebe, ich könnte mir nicht vorstellen, an einem Ort zu leben, an dem ich nicht das gleiche Maß an Sicherheit habe, das ich hier erlebe.“
