
Die Drohnenaufnahme zeigt ein Containerschiff, das den Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong erreicht, 9. Mai 2026. (Foto von Yu Fangping/Xinhua)
BEIJING, 14. Mai (Xinhua) -- In den letzten Jahren haben die Beziehungen zwischen China und den USA viele Wendungen genommen. Einige Beobachter befürchten, dass China und die Vereinigten Staaten das historische Muster der Rivalität zwischen großen Großmächten wiederholen könnten, das als „Thukydides-Falle“ bekannt ist.
Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hat diese Vorstellung jedoch zurückgewiesen: „Es gibt so etwas wie eine ‚Thukydides-Falle‘ in der Welt nicht. Aber wiederholte strategische Fehleinschätzungen zwischen Großmächten könnten selbst eine solche schaffen.“
Solche Fehleinschätzungen zu vermeiden, ist daher zu einer entscheidenden Aufgabe für China und die Vereinigten Staaten geworden, was von beiden Seiten einen offenen Dialog über mehrere zentrale Themen erfordert.
An erster Stelle steht die Taiwan-Frage. Staatspräsident Xi hat der US-Seite wiederholt und unmissverständlich Chinas grundlegende Haltung vermittelt. In dem Telefongespräch mit US-Präsident Trump am 4. Februar betonte Xi erneut, dass die Taiwan-Frage das wichtigste und heikelste Thema in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen sei, und forderte die US-Seite auf, bei Waffenverkäufen an Taiwan mit äußerster Vorsicht vorzugehen.
Der Handel ist ein weiteres kritisches Thema. Angesichts einseitiger US-Zollmaßnahmen hat China unter der Führung von Xi entschlossene Gegenmaßnahmen ergriffen.
Gleichzeitig hat Beijing die Kommunikationskanäle offen gehalten. Xi hat Wirtschafts- und Handelsdelegationen entsandt, die sechs Gesprächsrunden mit der US-Seite geführt haben, um die Differenzen Schritt für Schritt zu verringern und gleichzeitig die Gemeinsamkeiten auszubauen. Derzeit bleiben die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern weitgehend stabil. Die beiden Seiten hielten vom 12. bis 13. Mai in Südkorea eine neue Runde von Handelsgesprächen ab.
Während ihres Treffens in Busan betonte Xi, dass zur Bewältigung solcher Spannungen eine breitere Perspektive erforderlich sei. „Beide Seiten sollten eine umfassendere und längerfristige Sichtweise einnehmen“, sagte Xi zu Trump, „und sich auf die dauerhaften Vorteile der Zusammenarbeit konzentrieren, anstatt in einen Teufelskreis der Vergeltungsmaßnahmen zu geraten.“ Trump beschrieb Xi als einen großartigen Staatschef und einen entschlossenen Verhandlungsführer.
Wie sieht Xi also die zukünftige Ausrichtung der bilateralen Beziehungen? In einer Rede, die er 2023 in San Francisco hielt, stellte er die Frage, die er als die wichtigste bezeichnete: „Sind wir Gegner oder Partner?“
„Wenn man die andere Seite als Hauptkonkurrenten, als die folgenschwerste geopolitische Herausforderung und als ständige Bedrohung betrachtet“, warnte Xi, „führt dies nur zu einer auf Fehlinformationen basierenden Politikgestaltung, zu fehlgeleiteten Maßnahmen und zu unerwünschten Ergebnissen.“
Xi betonte zudem, dass China nicht die Absicht habe, die Vereinigten Staaten herauszufordern oder zu ersetzen. „China wettet niemals gegen die Vereinigten Staaten“, sagte er. „Ebenso sollten die Vereinigten Staaten nicht gegen China wetten.“
Ausgehend von den Erfahrungen in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen hat Xi drei Prinzipien - gegenseitigen Respekt, friedliche Koexistenz und Win-win-Kooperation - als den richtigen Weg für die Zukunft der beiden Länder skizziert.
