Xinhua Commentary: „De-Risking“ gegenüber China könnte Europas Interessen untergraben - Xinhua | German.news.cn

Xinhua Commentary: „De-Risking“ gegenüber China könnte Europas Interessen untergraben

2026-06-13 15:31:23| German.news.cn
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Besucher betrachten ein Auto der Marke BYD während der Brussels Motor Show im belgischen Brüssel, 10. Januar 2026.(Xinhua/Peng Ziyang)

BEIJING, 12. Juni (Xinhua) -- Die jüngsten lautstarken Äußerungen und die gezielten Maßnahmen, die derzeit von der Europäischen Union (EU) diskutiert werden, haben einen Schatten auf die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Union zu China geworfen - und das gerade zu einem Zeitpunkt, an dem angesichts globaler Unsicherheiten eine stabile bilaterale Zusammenarbeit dringend benötigt wird.

Ende Mai bezeichneten EU-Kommissare den aktuellen Stand der Handels- und Investitionsbeziehungen der Union zu China als „nicht nachhaltig“. Die Europäische Kommission erklärte: „Der übergeordnete Ansatz der Kommission bleibt weiterhin Risikominderung statt Entkopplung.“

Gleichzeitig wird der von der EU vorgeschlagene „Industrial Accelerator Act“ chinesische Investoren einer Diskriminierung aussetzen, die gegen grundlegende Prinzipien der Marktwirtschaft wie die freiwillige Teilnahme an wirtschaftlichen Aktivitäten und den fairen Wettbewerb verstößt, und die gleichen Wettbewerbsbedingungen auf dem EU-Markt verzerren.

Angesichts solcher offiziellen Einschätzungen und politischen Positionierungen der EU hilft ein umfassender Blick auf die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und der EU, den Kern der Sache zu verdeutlichen.

Es ist richtig, dass die EU in den letzten Jahren ein Handelsdefizit mit China verzeichnet hat. Allerdings weist sie im Dienstleistungshandel seit Langem einen beträchtlichen Überschuss gegenüber China auf.

Laut chinesischen Statistiken belief sich Chinas Defizit im Dienstleistungshandel mit der EU im Jahr 2025 auf 48,3 Milliarden US-Dollar. Die EU war die größte Ursache für Chinas Defizit im Dienstleistungshandel und machte 41,6 Prozent des gesamten chinesischen Defizits im Dienstleistungshandel aus.

Angesichts der komparativen Vorteile verschiedener Volkswirtschaften und der internationalen Arbeitsteilung ist es üblich und normal, dass eine Volkswirtschaft gegenüber einigen Partnern einen Handelsüberschuss und gegenüber anderen ein Handelsdefizit aufweist. Was zählt, ist die gesamtwirtschaftliche Handelsbilanz.

Tatsächlich verzeichnete die EU in den letzten Jahren einen großen Handelsüberschuss. Im Jahr 2025 verzeichnete die EU in der Warenbilanz einen Überschuss von 128 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 erreichte die Dienstleistungshandelsbilanz der EU 194 Milliarden Euro, den höchsten Wert des letzten Jahrzehnts.

China hat niemals bewusst einen Handelsüberschuss angestrebt. Im Hinblick auf den Handel zwischen China und der EU sollten einige Fakten berücksichtigt werden. Erstens wird ein erheblicher Teil des Handels zwischen China und der EU von in China tätigen europäischen Unternehmen generiert. Zweitens tragen qualitativ hochwertige und preisgünstige chinesische Produkte dazu bei, den Inflationsdruck in Europa zu mildern und die Lebenshaltungskosten für die dortigen Verbraucher zu senken. Drittens besteht etwa die Hälfte der chinesischen Exporte nach Europa aus Vorleistungsgütern, die europäischen Unternehmen helfen, die Produktionskosten für Fertigprodukte erheblich zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Exporte auf den globalen Märkten effektiv zu steigern. Zudem haben die EU-Exportkontrollen für Hightech-Produkte nach China das Exportpotenzial der EU auf dem chinesischen Markt eingeschränkt.

Angestellte arbeiten an der zweiten Endmontagelinie der A320-Familie von Airbus in Tianjin in Nordchina, 17. November 2025. (Airbus/Handout via Xinhua)

Das Wesen der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und der EU liegt in der Komplementarität und dem gegenseitigen Nutzen. Im Jahr 2025 waren China und die EU jeweils der zweitgrößte Handelspartner des anderen. Das Handelsvolumen belief sich auf 828 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Angesichts des großen Umfangs und der Breite der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und der EU sind Differenzen und Reibungen unvermeidlich. Der Schlüssel liegt darin, diese durch Dialog und Gespräche im Einklang mit dem wichtigen Konsens, den die Spitzenpolitiker beider Seiten erzielt haben, angemessen anzugehen.

Mit dem Bestreben, die „Abhängigkeit“ von einem wichtigen Partner zu verringern, riskiert die EU, ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit und ihr langfristiges Wirtschaftswachstum zu untergraben. Jede substanzielle Maßnahme, die auf ein „De-Risking“ gegenüber China abzielt, würde für Europa erhebliche Kosten mit sich bringen und den Interessen seiner Verbraucher und Unternehmen schaden.

Eine Strategie des „De-Risking“ würde fast zwangsläufig zu einer strengeren Überprüfung grenzüberschreitender Investitionen führen, die Compliance-Kosten erhöhen und chinesische Unternehmen davon abhalten, in der EU zu investieren.

Gleichzeitig würden willkürliche oder einseitige Maßnahmen einem Verstoß gegen Grundsätze der Welthandelsorganisation (WTO) gleichkommen und globale Lieferketten stören. Ein solcher Ansatz könnte zudem interne Differenzen innerhalb der Union verschärfen.

Sollte die EU darauf bestehen, China wirtschaftliche und handelspolitische Beschränkungen aufzuerlegen, wird China Gegenmaßnahmen ergreifen müssen, um seine legitimen Interessen zu wahren. Es wäre ratsam, dass die europäischen Entscheidungsträger die potenziellen Folgen sorgfältig abwägen, bevor sie restriktive und diskriminierende Maßnahmen gegen chinesische Unternehmen ergreifen.

China hat die Beziehungen mit der EU stets aus einer strategischen und langfristigen Perspektive betrachtet und weiterentwickelt. Die qualitativ hochwertige Entwicklung und die Öffnung auf hohem Niveau der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt werden der EU neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnen, anstatt Risiken für die Union darzustellen.

Die Kommunikationskanäle zwischen China und der EU bleiben offen. Es ist zu hoffen, dass die EU ihrem Bekenntnis zum Freihandel treu bleibt und mit China an einem Strang zieht, um Differenzen durch konstruktiven Dialog und Konsultationen im Interesse einer stabilen und soliden Entwicklung der bilateralen Beziehungen angemessen zu bewältigen.