Drachenboote bringen Freundschaft und Kultur auf den Main - Xinhua | German.news.cn

Drachenboote bringen Freundschaft und Kultur auf den Main

2026-06-17 13:24:08| German.news.cn
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Das Foto zeigt Drachenboot-Teams bei einem Wettkampf während des 3. Frankfurter Drachenbootfestivals auf dem Main in Frankfurt, 13. Juni 2026. (Xinhua/Du Zheyu)

FRANKFURT, 16. Juni (Xinhua) -- Am Samstag hallten Trommelschläge über den Main, während bunt bemalte Drachenboote mit schnellen, synchronen Ruderschlägen vorwärtsstürmten und ihre Ruder über dem Wasser aufblitzten, bevor sie tief in die Strömung tauchten.

Entlang der Uferpromenade am Theodor-Stern-Kai in Frankfurt beugten sich Zuschauer über das Flussufer und jubelten, während die Teams auf die Ziellinie zusteuerten. Der Klang der Trommeln, das Aufschlagen der Paddel und der Jubel der Menge verwandelten die Uferpromenade in eine lebhafte Bühne für das 3. Hongqi Cup Frankfurt Drachenbootfestival, bei dem Sport und chinesische Kultur im Herzen der deutschen Finanzhauptstadt aufeinandertrafen.

Beim diesjährigen Festival, das vom 12. bis 14. Juni stattfand, traten 18 Drachenboot-Teams aus China, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und anderen Ländern auf dem Main gegeneinander an.

Für Charles Rhoades, Trainer des Teams „Donau Loong“ und 1. Vorsitzender des 1. Ulmer Drachenbootvereins, war das Festival mehr als nur ein Rennen. Es war das neueste Kapitel einer Freundschaft, die vor drei Jahren begann, als Shanshan Liu Schiele, Vorsitzende des Chinesischen Vereins für Süddeutschland und Schulleiterin der Chinesischen Schule in Ulm, auf ihn zukam, nachdem sie von dem ersten Drachenbootrennen in Frankfurt gehört hatte.

Beide wollten ein Team aus Ulm aufstellen, um in Frankfurt anzutreten. Die eine kam aus einem chinesischen Verein, der andere aus einem lokalen deutschen Sportverein, doch sie fanden bald eine gemeinsame Basis in der gemeinsamen Überzeugung, dass Drachenbootrennen Menschen zusammenbringen können. „So entstand unser Team ‚Donau Loong‘, und wir haben es wirklich genossen, zum ersten Mal in Frankfurt anzutreten“, sagte Liu Schiele gegenüber Xinhua.

Seitdem hat ihr Team drei Jahre in Folge am Frankfurter Drachenbootfestival teilgenommen. Jedes Jahr im Mai beginnen die Paddler mit dem systematischen Training und lernen dabei nicht nur das Paddeln, sondern auch, wie man atmet, sich bewegt und als Einheit antritt.

„Durch das Drachenbootfahren und die kulturelle Erfahrung habe ich nur gute Erfahrungen gemacht“, sagte Rhoades, nachdem er seinem Team beim Wettkampf zugesehen hatte. „Ich habe Kontakt zu vielen Chinesen und chinesischen Kulturveranstaltungen wie dieser. Sie bringen den kulturellen Hintergrund mit, aus dem all dies stammt.“

Für Liu Schiele ist das Drachenboot sowohl ein Sportboot als auch eine kulturelle Brücke.

„Das Drachenbootrennen bringt Menschen zusammen und schafft Freundschaften“, so Liu Schiele. „Es dient als starke Brücke, die es den Einheimischen ermöglicht, ihr Verständnis für China zu vertiefen. Die Begeisterung sowohl der Teilnehmer als auch der Zuschauer ist von Jahr zu Jahr gewachsen, und der Einfluss der Veranstaltung hat sich kontinuierlich erweitert.“

Rund um das Rennareal reichte die Festivalstimmung weit über den Wettkampf selbst hinaus. Chinesische Kulturvorführungen, Musik und Essen zogen Besucher an, die stehen blieben, um die Shows anzuschauen, das Essen zu probieren und die Rennboote anzufeuern.

Das Festival bot vielen Besuchern zudem unerwartete Begegnungen mit der chinesischen Kultur. Der Frankfurter Mark Zoldos fühlte sich besonders von einer Darbietung der Shanbei-Erzählkunst angezogen.

Zoldos hatte in den sozialen Medien erfahren, dass Xiong Zhuying, ein Shanbei-Geschichtenerzähler, der für seine Darstellung des kopflosen Mönchs im chinesischen Videospiel „Black Myth: Wukong“ bekannt ist, beim diesjährigen Drachenbootfest auftreten würde.

Als Fan von Live-Auftritten und Spieler des Videospiels war Zoldos eigens gekommen, um sich die Darbietung der Shanbei-Erzählkunst anzusehen. Während der Aufführung hielt er sein Smartphone hoch, um den Moment festzuhalten, sichtlich fasziniert von der Musik und dem Geschichtenerzählen.

„Es ist sehr schön, das live zu erleben und auch zu sehen, wie dieses Instrument funktioniert“, sagte Zoldos. „Ich habe heute gelernt, dass es ein ganz besonderes Instrument mit einer langen Geschichte ist. Das live erleben zu können, ist etwas ganz Besonderes für mich, und ich bin wirklich dankbar, dass ich es sehen durfte.“

Als die letzten Trommelschläge verklangen und die Paddler zum Ufer zurückkehrten, gesellte sich Rhoades zu seinen Teamkollegen am Ufer, klopfte ihnen auf die Schultern, während sie gemeinsam lachten und jubelten. Das Ergebnis des Rennens war wichtig, aber die Reise war noch wichtiger - von den Trainingseinheiten in Ulm über die im Laufe der Jahre entstandenen Freundschaften bis hin zu der kulturellen Verbundenheit, die mit jedem Paddelschlag weitergegeben wurde.

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