
Besucher testen ein Fahrzeug am Stand des chinesischen Autoherstellers Leapmotor auf der Paris Motor Show 2026 im französischen Paris, 13. Oktober 2026. (Xinhua/Wu Huiwo)
PARIS, 14. Oktober (Xinhua) -- Chinesische Autohersteller würden auf dem europäischen Markt immer präsenter, da ihr Produktangebot strukturierter werde und sich ihr technologisches Niveau kontinuierlich verbessere, sagte Serge Gachot, Direktor der Paris Motor Show.
In einem kürzlich im Vorfeld der Paris Motor Show 2026 geführten Interview mit Xinhua erklärte Gachot, dass die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung mehr als 60 Automobilhersteller und über 100 Aussteller aus Europa, Amerika und Asien zusammenbringen werde, wobei chinesische Automobilhersteller stärker vertreten sein würden als bei der letzten Ausgabe.
„Der Inhalt des Automobils selbst entwickelt sich weiter“, sagte Gachot. Elektrifizierung, Software, künstliche Intelligenz, Konnektivität und automatisiertes Fahren würden eine immer wichtigere Rolle spielen.
„Die Paris Motor Show präsentiert daher ein Automobil, das sich nicht mehr nur auf den Antriebsstrang und das Fahrzeug selbst beschränkt, sondern zunehmend verschiedene Technologien und neue Anwendungsmöglichkeiten integriert“, so Gachot.
In Bezug auf chinesische Automobilhersteller erklärte Gachot, deren Produktangebot sei strukturierter geworden. „Sie kommen nicht mehr nur mit preislich wettbewerbsfähigen Elektrofahrzeugen auf den Markt, sondern mit breiteren Modellpaletten, einer Positionierung im Mainstream- und Premiumsegment sowie einem stärkeren Fokus auf Design, Bordtechnologien und das digitale Erlebnis“, sagte er.
Gachot wies zudem darauf hin, dass sich das technologische Niveau chinesischer Automobilhersteller weiter verbessert habe, insbesondere in den Bereichen Batterien, Reichweite, Konnektivität und Fahrerassistenzsysteme. „Diese Entwicklung treibt die wachsende kommerzielle Präsenz chinesischer Automobilhersteller in Europa voran“, sagte er.
Im Hinblick auf die Lokalisierung chinesischer Automobilhersteller in Europa erklärte Gachot, diese begännen nun auch damit, einen Teil ihrer Aktivitäten, darunter Produktion, Forschung und Vertrieb, in Europa zu lokalisieren. Dies würde ihre Integration in die europäische Automobilindustrie stärken.
„Durch Investitionen in Produktion, Forschung oder lokale Lieferketten werden sie direkt in dieses Ökosystem eingebunden“, sagte Gachot.
Eine solche Lokalisierung werde den Wettbewerb stärken, während gleichzeitig auch die Zusammenarbeit zunehmen werde, so Gachot.
„Intelligentes Fahren ist ein gutes Beispiel: Es erfordert die Kombination von automobiler Expertise, Software, Sensoren, Daten und künstlicher Intelligenz. Kein einzelner Akteur beherrscht zwangsläufig die gesamte Kette allein“, merkte Gachot an.
Auf dem europäischen Markt für elektrifizierte Fahrzeuge sei der Wandel bereits in vollem Gange, so Gachot.
„In Frankreich machten Elektrofahrzeuge Ende August 2026 insgesamt 30 Prozent der Neuwagenverkäufe aus, verglichen mit 20 Prozent im gesamten Jahr 2025. In Deutschland erreichten sie 26 Prozent, verglichen mit 19 Prozent im Jahr zuvor“, sagte Gachot.
Der Preis bleibe ein entscheidender Faktor bei der Fahrzeugwahl der Verbraucher, so Gachot, müsse jedoch im Zusammenhang mit den Nutzungskosten, der Reichweite, der einfachen Lademöglichkeit und der verfügbaren Infrastruktur sowie mit Komfort, digitalen Funktionen und dem Software-Erlebnis betrachtet werden, die eine immer wichtigere Rolle spielen würden.
Gachot erinnerte auch an seinen Besuch der „Auto China 2026“ in Beijing im April, der einen starken Eindruck bei ihm hinterlassen habe.
Das Auto werde zudem neu auf das Erlebnis der Fahrzeuginsassen ausgerichtet, sagte Gachot. Neue Formate, darunter Mehrzweckfahrzeuge im SUV-Stil, würden größeren Wert auf Platz, Komfort und Konnektivität legen.
„Da das Auto einen immer größeren Teil des Fahrens übernimmt, verlagert sich der Wert auch hin zu dem, was die Menschen im Inneren tun können: sich entspannen, arbeiten, kommunizieren oder Unterhaltung genießen“, so Gachot.
„Wir erleben nicht nur den rasanten Fortschritt einer Branche, sondern auch eine Weiterentwicklung des Konzepts des Automobils an sich.“





