
Georg Nagel, der Anfang des Monats mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 ausgezeichnet wurde, besucht die China Pharmaceutical University in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, um einen Vortrag zu halten und sich mit Studenten auszutauschen, 21. Oktober 2026. (Foto zur Verfügung gestellt von der China Pharmaceutical University)
NANJING, 26. Oktober (Xinhua) -- Georg Nagel, der Anfang des Monats mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 ausgezeichnet wurde, besuchte die China Pharmaceutical University in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, um einen Vortrag zu halten und sich mit Studenten auszutauschen.
Der 73-jährige Nagel wurde in Deutschland geboren und ist mittlerweile entpflichteter Professor der Universität Würzburg. Den Anruf, in dem ihm die Auszeichnung mitgeteilt wurde, erhielt er während eines Aufenthalts mit seiner Frau in den Bergen Italiens.
Nagel erhielt gemeinsam mit Karl Deisseroth und Peter Hegemann den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 für die Entdeckungen der drei Forscher im Bereich lichtgesteuerter Ionenkanäle und der Optogenetik, wie die Nobelversammlung am schwedischen Karolinska-Institut im Oktober bekanntgab.
„Peter Hegemann und Georg Nagel entdeckten in einer einzelligen Alge ein bemerkenswertes Protein, das Channelrhodopsin. Karl Deisseroth verwandelte das Protein in einen lichtgesteuerten Schalter für Nervenzellen. Die Preisträger haben den Grundstein für eine neue Ära in den Neurowissenschaften gelegt“, erklärte das Institut in einer Pressemitteilung.
In dem Vortrag an der China Pharmaceutical University erzählte Nagel die Geschichte hinter seiner Forschung. Er habe nie vorgehabt, einen großen Durchbruch zu erzielen, und schon gar nicht, einen Nobelpreis zu gewinnen. „Ich war einfach neugierig, wie sich Stoffe durch Membranen bewegen, aber Grundlagenforschung bringt oft unerwartete Nebeneffekte mit sich“, so Nagel.
Als Studenten nach der Wahl von Forschungsrichtungen fragten - ob junge Biologen sich auf anwendungsorientierte Projekte festlegen oder der reinen Neugier folgen und grundlegende Prinzipien des Lebens aufdecken sollten -, war Nagel der Ansicht, dass beides notwendig sei.
„Bei der Grundlagenforschung darf man nicht ständig über zukünftige Anwendungen nachdenken. Man sollte sich einfach auf das Thema konzentrieren, das einen interessiert, und es so gründlich wie möglich erforschen. Durch Kooperationen sammelt man so viele Informationen darüber wie möglich.“
Nagel fügte hinzu, dass Forschung nicht immer einfach sei. „Man sollte Forschung betreiben, die einem wirklich Spaß macht, anstatt ständig darüber nachzudenken, welches Projekt die größte Wirkung erzielen wird.“ Grundlagenforschung sei äußerst wichtig. Er riet den Studenten, Forschung nicht nur zu betreiben, um „die Menschheit zu retten“, da sich nützliche Anwendungen mit der Zeit ganz von selbst ergeben könnten. „Studieren Sie alles, was Ihre Neugier wirklich weckt.“
Derzeit ist die Optogenetik vor allem ein Forschungsinstrument, das Wissenschaftlern dabei hilft, Fehlfunktionen der Hirnschaltkreise bei Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen, Alzheimer und Parkinson zu untersuchen.
Nagel erklärte, der große Vorteil der Optogenetik liege in dem umfangreichen Wissen über Gentechnologie und Promotoren, über das Forscher heute verfügen würden. Dies ermögliche eine sehr spezifische Expression dieser lichtempfindlichen Ionenkanäle. Dadurch biete sich nicht nur für die Forschung, sondern potenziell auch für praktische Anwendungen wie Gehirn-Computer-Schnittstellen ein großer Vorteil.
Nach dem Vortrag gab Nagel den Studenten noch einen Rat mit auf den Weg: Es sei wichtig, dass man im Großen und Ganzen Freude an dem habe, was man tue; es müsse nicht immer perfekt sein, aber es solle eine gewisse Befriedigung bringen. Anfangs habe ihm seine Arbeit auch nicht viel Freude bereitet, so Nagel, aber mit der Zeit sei es besser geworden. Letztendlich müsse jeder für sich selbst herausfinden, was er wirklich gern tue.

NANJING, 26. Oktober (Xinhua) -- Georg Nagel, der Anfang des Monats mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 ausgezeichnet wurde, besucht die China Pharmaceutical University in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, um einen Vortrag zu halten und sich mit Studenten auszutauschen, 21. Oktober 2026. (Foto zur Verfügung gestellt von der China Pharmaceutical University)
