
Das Foto zeigt den südlichen Platz des Nationalen Ausstellungs- und Kongresszentrums (Shanghai), des Hauptveranstaltungsortes der 9. Internationalen Importmesse Chinas (CIIE), im ostchinesischen Shanghai, 26. Oktober 2026. (Xinhua/Fang Zhe)
SHANGHAI, 4. November (Xinhua) -- Die 9. Internationale Importmesse Chinas (CIIE) findet vom 5. bis 10. November in Shanghai statt und bringt Aussteller aus aller Welt zusammen.
China hat die Messe als ein „internationales öffentliches Gut, an dem die ganze Welt teilhat“ bezeichnet und damit ihre Rolle bei der Erschließung von Marktchancen, der Förderung langfristiger wirtschaftlicher Zusammenarbeit und der Erleichterung des internationalen Austauschs hervorgehoben.
GEMEINSAME MARKTCHANCEN
Die CIIE wurde 2018 als weltweit erste Messe auf nationaler Ebene mit dem Schwerpunkt auf importierten Waren ins Leben gerufen und hat sich zu einem wichtigen Eingangstor für ausländische Unternehmen entwickelt, die Zugang zu Chinas riesigen Verbraucher- und Industriemärkten suchen.
Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums (MOFCOM) werden auf der diesjährigen Messe 4.142 Aussteller von außerhalb des chinesischen Festlandes aus 148 Ländern und Regionen erwartet, darunter mehr als 2.000 Erstaussteller. Insgesamt werden 162 Länder, Regionen und internationale Organisationen teilnehmen.
Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, Deutschland, Großbritannien und Frankreich werden die größten Ausstellungsflächen belegen. Gleichzeitig hat die Messe ihre Unterstützung für die am wenigsten entwickelten Länder der Welt ausgeweitet und die ihnen zugewiesene kostenlose Ausstellungsfläche um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Damals nahmen mehr als 160 Unternehmen aus 37 dieser Länder teil.
Das Unternehmen Plan Bee aus Myanmar, ein Sozialunternehmen, das mit mehr als hundert Imkern zusammenarbeitet, nahm 2023 erstmals an der CIIE teil, um den chinesischen Markt zu erkunden, und kehrte 2025 zurück, um seine Produkte zu präsentieren. In diesem Jahr hofft das Unternehmen, Vertriebspartner für seine Honig- und Bienenwachsprodukte zu finden.
„Große Messen wie die CIIE verschaffen uns Zugang zu soliden Handelskanälen“, erklärte Plan Bee-CEO Thida Win gegenüber Xinhua.
LANGFRISTIGE WIRTSCHAFTLICHE VORTEILE
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der CIIE reichen über die sechs Messetage hinaus, wenn sich Handelsmöglichkeiten zu längerfristigen Geschäftspartnerschaften, Investitionen und industrieller Zusammenarbeit entwickeln.
Shanghai habe ganzjährige Handelsplattformen eingerichtet, um die Aufrechterhaltung der Handelsbeziehungen nach der Messe zu unterstützen, sagte der Vize-Bürgermeister von Shanghai, Lu Shan, auf einer Pressekonferenz im Oktober.
Einige Aussteller seien zudem über den reinen Handel hinausgegangen und hätten in China investiert sowie Produktionsstätten errichtet, um globale Märkte zu bedienen, fügte Lu hinzu.
Das Algen-Exportunternehmen Asilia Zanzibar mit Sitz auf der tansanischen Insel Sansibar nahm 2024 erstmals an der CIIE teil. Heute handelt es direkt mit chinesischen Käufern, die es auf der Messe kennenlernte, und ist damit weniger auf Zwischenhändler angewiesen.
Das Unternehmen hat laut seinem Director Nassor Rajabu Dachi kürzlich fünf Container mit einer Länge von 40 Fuß (etwa 12 Meter) mit Meeresalgen nach China verschifft und weitere Aufträge erhalten. In diesem Jahr wird es zudem Kosmetika auf Meeresalgenbasis präsentieren, die von lokalen Frauengruppen hergestellt werden. Damit möchte das Unternehmen höherwertige Exportgüter entwickeln.
Für das deutsche Intralogistik-Unternehmen Jungheinrich, das seit 2018 regelmäßig auf der CIIE ausstellt, ist China zu einem Produktions- und Innovationsstandort für globale Märkte geworden.
Produkte aus seinem Werk in Shanghai werden mittlerweile in 42 Ländern und Regionen verkauft. Auf der diesjährigen Messe wird das Unternehmen eine KI-gestützte Plattform zur Lagerplanung, die teilweise von seinen in China ansässigen Ingenieuren entwickelt wurde, erstmals im asiatisch-pazifischen Raum vorstellen.
GLOBALE AUSTAUSCHPROZESSE
Für Kanada bedeutet die Rolle als Ehrengastland bei der diesjährigen CIIE mehr als nur die Förderung von Exporten. Die Auszeichnung soll laut dem kanadischen Trade Commissioner Service das Ansehen des Landes steigern, Medienaufmerksamkeit erregen und Möglichkeiten für den offiziellen Austausch schaffen.
Kanada gehört zu den 69 Ländern und internationalen Organisationen, die an der Länderausstellung teilnehmen und dort ihre Kulturen, wirtschaftlichen Stärken und Investitionsmöglichkeiten präsentieren.
Die Messe bietet ausländischen Unternehmen zudem Einblicke in Chinas Entwicklungsschwerpunkte.
Juan Esteban Musalem, Präsident der Chilenisch-Chinesischen Handels-, Industrie- und Tourismuskammer, sagte, ein besseres Verständnis von Chinas 15. Fünfjahresplan (2026-2030), insbesondere dessen Schwerpunkt auf technologischer Innovation und qualitativ hochwertiger Entwicklung, könne chilenischen Unternehmen helfen, neue Bereiche für eine Zusammenarbeit zu identifizieren.
Über die Ausstellungshallen hinaus bringt das Hongqiao International Economic Forum politische Entscheidungsträger, Führungskräfte aus der Wirtschaft, Wissenschaftler und internationale Organisationen zusammen, damit sie sich über gemeinsame wirtschaftliche Herausforderungen austauschen können - vom multilateralen Handelssystem bis hin zum technologischen Wandel.
Im Rahmen des diesjährigen Forums findet eine vom Internationalen Handelszentrum und dem chinesischen Handelsministerium gemeinsam veranstaltete Sitzung statt, deren Schwerpunkt auf der globalen wirtschaftlichen Neuausrichtung, der industriellen Zusammenarbeit und der inklusiven Entwicklung liegt.
Zudem werden auf dem Forum der World Openness Report 2026 sowie ein neuer Bericht zur Entwicklung der Exportkapazitäten nach China vorgestellt. Darin werden Forschungsergebnisse zur globalen Offenheit sowie Empfehlungen bereitgestellt, die Handelspartnern dabei helfen sollen, ihre Exportkapazitäten nach China zu stärken.




