Intelligente Fertigung lässt in China „KI-native“ Fabriken entstehen - Xinhua | German.news.cn

Intelligente Fertigung lässt in China „KI-native“ Fabriken entstehen

2026-08-21 10:43:52| German.news.cn
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Ein Industrieroboter ist in einer digital gesteuerten Werkshalle der Dongguan Moldbao Smart Technology Co. in Dongguan in der südchinesischen Provinz Guangdong im Einsatz, 2. Juli 2026. (Xinhua/Liang Xu)

GUANGZHOU, 20. August (Xinhua) -- In einem weitläufigen Industriepark rollt alle sieben Sekunden eine Klimaanlage von einer unbemannten Montagelinie in einer dunklen Werkshalle mit Fähigkeiten zur eigenständigen Wahrnehmung und Entscheidungsfindung.

Dies ist ein neuartiges Szenario der intelligenten Fertigung beim chinesischen Technologieriesen TCL in Guangzhou, der Hauptstadt der südchinesischen Provinz Guangdong. Der Komplex läutet einen tiefgreifenden Wandel in der Art und Weise ein, wie Haushaltsgeräte entwickelt und hergestellt werden.

„Früher haben Fabriken lediglich Informationstechnologie mit der Fertigung kombiniert. Mit der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) haben wir KI in jeden Schritt beim Bau dieser Anlage integriert“, sagte Li Xin’an, General Manager der TCL-Klimaanlagen-Sparte in Guangzhou. „Dies ist eine wahrhaft KI-native Fabrik.“

Mit einer Investitionssumme von fast zwei Milliarden Yuan (etwa 294 Millionen US-Dollar) verfügt die erste Bauphase von TCL im Industriepark Nansha über eine geplante Jahreskapazität von acht Millionen Geräten. Im Jahr 2026 sollen voraussichtlich rund vier Millionen Geräte produziert werden.

„Wir sind ein Unternehmen, bei dem die Fertigung an erster Stelle steht, und wir beabsichtigen, dieses fortschrittliche Fertigungsmodell weltweit zu exportieren“, sagte Li. Neue Standorte in Thailand und Pakistan sollen bald auf dem hier bewährten Modell aufbauen, um den Betrieb auszuweiten, fügte er hinzu.

Der Park beherbergt drei vollständig flexible „Lights-out“-Fabriken, 15 hochmoderne Labore und 10 intelligente Produktionslinien. Das Herzstück des Standorts bildet ein KI-Daten-Supercomputing-Zentrum mit 106 Serverschränken, das die Echtzeit-Datenerfassung von 32.000 IoT-Sensoren unterstützt und den parallelen Einsatz von mehr als 2.000 KI-Agenten im gesamten Park ermöglicht.

Die KI-Agenten spielen insbesondere bei der Produktprüfung eine entscheidende Rolle. KI habe den Prozess durch umfassende Sensorikfähigkeiten bereichert, so Li. Infrarotsensoren erkennen beispielsweise Kältemittellecks, während eine spezielle Beleuchtung eine Ausleuchtung in chirurgischer Qualität für mikroskopische Sichtprüfungen erzeugt.

Über die Effizienz hinaus dient der Park als Testumgebung für nachhaltige Fertigung. Eine 50.000 Quadratmeter große Solaranlage, gekoppelt mit einem Energiespeicher im industriellen Maßstab, wird durch KI-Algorithmen gesteuert, die Strom und Ressourcen dynamisch zuweisen. Mit einer jährlichen Einsparung von umgerechnet über 2.000 Tonnen Standardkohle hat die Anlage nahezu null Emissionen bei Feststoffabfällen, Abgasen und Abwasser erreicht.

Die Agilität der KI-gesteuerten Fertigung zahlt sich bereits auf den internationalen Märkten aus. TCL vermeldete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei seinen Klimaanlagen in Europa, wobei mobile Geräte um 100 Prozent zulegten. In wichtigen Märkten wie Großbritannien, Frankreich und den nordischen Ländern stieg der Umsatz um 300 Prozent.

In ähnlicher Weise hat der konkurrierende Haushaltsgeräte-Riese Gree seine Smart Factory im Bezirk Jinwan in Zhuhai in der Provinz Guangdong modernisiert. Dort hat ein Automatisierungsgrad von 80 Prozent den Personalbedarf an einer 480 Meter langen Montagelinie für Außengeräte von über 70 Mitarbeitern auf nur noch 20 reduziert.

Die Transformation von TCL und Gree verdeutlicht eine breitere nationale Dynamik. Chinas 15. Fünfjahresplan (2026-2030) räumt der „KI Plus“-Initiative ausdrücklich Priorität ein, mit dem Ziel, die digitale und intelligente Transformation der Fertigung zu beschleunigen. Das nationale Ziel besteht darin, neue qualitativ hochwertige Produktivkräfte zu fördern, indem digitale Technologien tiefgreifend in die Realwirtschaft integriert werden.

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